Selbstliebe

 

„Sich selbst zu lieben ist der Beginn einer lebenslangen Romanze.“ – Oscar Wilde


Wir neigen meistens dazu Liebe, Anerkennung und Glück durch andere Menschen erhalten zu wollen. Und wenn wir das nicht bekommen, dann sind wir traurig, unzufrieden, unglücklich und denken nicht liebenswert zu sein.

Statt uns selbst zu lieben sind wir meist unser stärkster Kritiker. Wenn wir unsere Gedanken einen Tag lang beobachten würden, wie oft würden wir Kritik an uns entdecken?

Der Kritiker, der uns folgende Sätze sagt:

„ das kann ich nicht“
„ bin ich blöd“,
„ wie konnte ich nur“
„ ich bin so dick“
„ ich bin so hässlich“
„ mich kann auch keiner lieben“
„nichts gelingt mir auch“
„ ich habe es eh nicht verdient“
„ XY ist sowieso viel besser als ich“

Und mal ganz ehrlich, wir würden niemanden anderen sonst  permanent so nieder machen und so wenig achten, wie wir es mit uns selbst tun.
Ist das nicht traurig?

Selbstliebe ist vor allem auch sich selbst annehmen können, so wie man ist, mit all seinen Stärken und all seinen Schwächen.
Selbstliebe bedeutet sich auch dann zu lieben und zu achten, wenn keine Bestätigung von außen kommt oder wenn wir Fehler machen. Und Selbstliebe bedeutet ebenso seinen Körper, seinen Gefühlen und seiner Seele so wertzuschätzen wie sie sind.
Ebenso geschieht es aus  Selbstliebe, wenn wir gut für uns sorgen, auf unsere Bedürfnisse achten und uns wichtig nehmen.

Theoretisch  glaube ich, weiß das auch jeder, aber warum ist es praktisch so schwer diese Selbstliebe umzusetzen?

Wir haben es leider verlernt. In der Kindheit haben unsere Eltern zwar bestimmt ihr Bestes gegeben, aber wir wurden dennoch falsch konditioniert. Wir haben gelernt, dass wir nicht gut genug sind, dass wir meist dann liebenswert sind, wenn wir bestimmte Dinge gut machen, oder besondere Leistungen erbringen. Oder wir haben Aussagen gehört, die dies immer wieder unterstrichen haben:

  • Eigenlob stinkt
  • erst die Arbeit, dann das Vergnügen
  • was denken nur die anderen
  • das macht man nicht…
  • Ganz schlimm finde ich persönlich „ Hast du was, bist du was“

Als wir geboren wurden kannten wir all diese Zweifel und Glaubensmuster und Verbote oder Ermahnungen noch nicht. Wir lebten im „hier und jetzt“ und haben nicht darüber nachgedacht, was andere von uns erwarten oder ob wir nicht nur genug für diese Welt sind.
Das kam später mit der Erziehung. Das war der Punkt an dem wir gelernt haben uns anders zu verhalten, nicht so zu sein wie wir wirklich sind, sondern uns anzupassen und unseren eigenen Bedürfnisse zurück zu stellen. Wir haben eine „Überlebensstrategie“ angeeignet, damit wir in unserem Umfeld geliebt und akzeptiert werden, um eben zu „überleben“. Wir waren abhängig von anderen, um unsere Bedürfnisse zu befriedigen.

Und so haben wir immer mehr das Gefühl für uns selbst verloren. Wir kämpften um die Liebe und Anerkennung anderer.

Heute aber, sind wir um zu „überleben“ nicht mehr auf andere angewiesen und könnten so sein, so leben, so handeln, wie wir es selbst für richtig halten. Aber auch das haben wir verlernt. Oft erfahre ich von meinen Klienten, dass sie auch nicht mehr wissen, was sie selbst wollen und fühlen, welche Bedürfnisse und Wünsche sie haben.

Und doch sagt gar die Bibel ‚Liebe deinen Nächsten wie dich selbst‘, das zeigt, dass w uns zunächst selbst lieben müssen, um andere lieben zu können.

Als erfahrene Therapeutin stehe ich Ihnen gerne zur Seite, damit Sie erkennen wie viel leichter und schöner das Leben sein kann, wenn wir uns selbst lieben und für uns so sorgen, wie wir für jemanden sorgen würden, den wir vom ganzen Herzen lieben.